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Redebeitrag IDAHIT* 2022

Ich freu mich, dass ihr alle heute hier seit und wir so den Menschen zeigen können, dass wir auch existieren und diese Stadt ein wenig bunter machen können. In unserer Gesellschaft ist Heteronormativität immer noch Gang und Gebe. Und Menschen die nicht cis und hetero sind, verschwinden da schnell unterm Radar oder gelten leider oft immer noch als Sonderlinge. Uns wird vorgeworfen, es sei nur eine Phase oder, dass wir uns über unsere Sexualität oder Geschlecht einfach nicht ganz sicher sind und dass der richtige Mann oder die richtige Frau das ändern könnte. Sie maßen sich damit an, mehr über uns zu wissen, als wir selber. Selbst die Politik grenzt Menschen in der LGBTQ+ Community immer noch systematisch aus, in dem sie beispielsweise lesbischen Frauen die Adoption von Kindern massiv erschweren und die Namensänderung für transidente Menschen mit unnötig viel Aufwand verbinden. 

Stonewall was a riot, der Kampf um Gleichberechtigung hört damit nicht auf, dass wir nicht mehr als „krank“ gelten.Denn es ist die Gesellschaft, die uns ausgeschlossen hat und dies immer noch tut. Diese gilt es zu ändern bis niemand mehr auf Grund seines Seins ausgegrenzt  wird.

Und deswegen ist es wichtig, dass wir uns heute hier alle getroffen haben, um den Menschen zu zeigen, dass wir auch da sind und dass wir bereit sind für unsere Rechte sowie für Akzeptanz und Toleranz zu kämpfen.

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Redebeitrag vom Klimastreik am 25. März

Dass der Klimawandel menschengemacht ist, steht schon lange nicht mehr zur Debatte. Und trotzdem scheint es zu wenige zu kümmern, dass die Welt eher schnell als langsam vor unseren Augen zu Grunde geht. Ständig werden Klimaziele verfehlt. Auf der ganzen Welt brennen immer wieder große Waldflächen ab oder sie trocknen auf Grund von Wassermangel einfach aus. Die Pole schmelzen und viele Gletscher sind schon irreversibel zerstört wurden. Allein in den letzten 50 Jahren wurden fast 70% der Tierwelt vom Menschen zerstört. Und nichts deutet darauf hin, dass sich die Situation langfristig gesehen wieder verbessert.

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich macht das alles ziemlich hoffnungslos. Es macht mich hoffnungslos und es frustriert mich. Denn was können wir als Einzelpersonen schon tun? Wir können immer Fahrradfahren, uns vegan ernähren, Strom und Wasser sparen und immer schön den Müll trennen. Das alles kann auf jeden Fall nicht schaden und es hilft zumindest das Bewusstsein in der Gesellschaft für Klimaschutz zu stärken. Aber kann man damit wirklich die Welt retten? Ich glaube kaum.

Nur 100 Unternehmen sind verantwortlich für 71% der globalen Treibhausgase. Das Problem liegt nicht bei Einzelpersonen, sondern am System. Denn es ist schon lange bekannt, das große Industrien den Großteil des Klimawandels verursachen. Und trotzdem ändert sich nichts. Da möchte man sich fragen, warum nicht. Ist es denn allen egal, dass diese Unternehmen das Klima und damit unsere Erde zerstören? Warum unternimmt den die Politik nichts dagegen? Die Antwort ist recht simpel. Es geht um Geld.

Wir leben im Kapitalismus und solange Unternehmen noch davon profitieren, unseren Planeten zu zerstören, werden sie nicht einfach so aufhören. Und solange, wie die Regierung keine Gesetze erlässt, die konsequent dafür sorgen, dass es sich eben nicht mehr lohnt, umweltschädlich zu handeln, wird sich an der Situation nichts ändern.

Und genau darum wird es Zeit, dass die Regierung endlich anfängt auf Wissenschaftler zu hören, statt auf Lobbyisten und anfängt strikte Gesetzte zum Klimaschutz zu erlassen und diese konsequent durchzusetzen!

Deswegen ist es wichtig, dass wir weiter auf die Straße gehen, weiter protestieren und weiter streiken. Und wir hören nicht auf, bis wir endlich eine vernünftige Klimapolitik haben, die nicht mehr diejenigen schützt, die am meisten Schuld tragen. Denn falls wir nach Hause gehen und einfach die Augen verschließen vor dem was vor sich geht, wird sich garantiert nichts ändern.

Und nur so können wir noch Hoffnung darauf haben, diese Welt irgendwie noch zu retten.

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Offener Brief an die Studienkommission des Masters Psychologie

Sehr geehrte Studienkommission des Masters Psychologie,

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Vorlesung und auf einmal beginnt die dozierende Person, Aspekte ihres Selbstbildes, ihrer Persönlichkeit oder ihres Wohlbefindens anzugreifen. Wie viele der anderen Leute im Raum wissen, dass Sie sich davon betroffen fühlen? Wie viele würden den Aussagen gar zu stimmen?

In einer solchen Situation sind Sie machtlos. Professor:innen, sowie wissenschaftliche Mitarbeiter:innen haben an den deutschen Hochschulen als Fachpersonal eine unheimlich privilegierte Position inne: auf die Gestaltung der Lehrveranstaltungen können wir als Immatrikulierte nämlich nur in geringem Umfang und nach Rücksprache mit ebenjenen Privilegierten Einfluss nehmen. Wenn hingegen seitens des Lehrpersonals Änderungen vorgenommen werden, sitzen die Student:innen erst mal auf den Entscheidungen bis von der Fachschaft oder der Verwaltung der Hochschule Gegenmaßahmen angekündigt werden.

Es ist nicht im Sinne der universitären Bildung, dieses Verhältnis für die Verbreitung diskriminierender Einbildungen zu missbrauchen, denn da kommt zum üblichen Machtgefälle noch die Verletzung von Persönlichkeitsrechten und der Menschenwürde hinzu. So etwas ist inakzeptabel! Und doch geschieht so etwas immer noch viel zu oft an den deutschen Hochschulen.

Im letzten TUCPanel (einem Instrument der TU Chemnitz, die eingeschriebenen Student:innen nach ihren Meinungen zur Studiensituation zu befragen) wurde festgestellt, dass Diskriminierung noch immer einen großen Einfluss am Unwohlsein im Hochschulsystem hat. Eine Form, bei der sich diese Diskriminierung manifestiert, ist die Lehre des Heiner Rindermann.

Heiner Rindermann hat die Professur Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie an der TUC inne. In seinen Vorlesungen soll er den Anwesenden unter anderem die psyschologische Entwicklung des Menschen vermitteln. Doch Herr Rindermann nutzt seine Vorlesungen aus, um über Trans*-Personen herzuziehen. Er verbreitet Ideen von „fiktive[n] Geschlechtsselbstzuschreibungen“, postuliert über exzessive Ausnutzung von Differenzen sportlicher Fähigkeiten durch Trans*- Personen oder unterstellt gar absichtlichen Missbrauch der Geschlechtszuordnung um Zugang zu geschützten Räumen zu bekommen.

Diese Aussagen können sie sich gerne selber anhören: in den PowerPoint-Folien zur Vorlesung „B.Sc.-Vorlesung Entwicklungspsychologie“ trifft er all diese Aussagen selbst, siehe [1] Folie 10 ab etwa 1:30. Dabei gibt es jedoch längst Studien, welche andeuten, dass wesentliche Leistungsunterschiede nach zwei Jahren Hormonbehandlung in den meisten Disziplinen für Trans*-Personen nicht mehr vorliegen [2]. Rindermann diskriminiert also nicht nur, er lanciert auch immer noch für veraltete Ansichten, die wissenschaftlich längst anzuzweifeln sind.

Rindermann verstößt somit ganz klar gegen die Ordnung zum Schutz vor und Umgang mit Diskriminierung und sexualisierter Gewalt an der Technischen Universität Chemnitz vom 7. Dezember 2020, insbesondere deren §7 [3].

Dieser Sachverhalt muss bei der Erneuerung der Studienordnung des Master Psyschologie berücksichtigt und eingearbeitet werden. Wir fordern: Die Module die Heiner Rindermann vorwiegend liest, dürfen nicht als Pflichtmodul in der neuen Studienordnung festgeschrieben werden. Für Weltoffene Hochschulen, an denen alle in einem angenehmen Umfeld lernen können – Klare Kante gegen Diskriminierung und Machtmissbrauch!

Linksjugend Chemnitz, Carolin Juler, Grüne Hochschulgruppe Chemnitz, Grüne Jugend Chemnitz

[1] OPAL: https://bildungsportal.sachsen.de/opal/auth/RepositoryEntry/2023227400/CourseNode/103083642840628

[2] BMJ Journals: https://bjsm.bmj.com/content/early/2020/11/06/bjsports-2020-102329

[3] TU Chemnitz: https://www.tu-chemnitz.de/gleichstellung/aktuelles/dokumente/ab_24_2020.pdf

Transkript der Vorlesungsfolie aus OPAL: „Wenn jetzt Menschen selber bestimmen können, welches Geschlecht sie haben, also wenn ein Mann sagt, er ist eine Frau und dann wird er als Frau betrachtet und kann dann im Rugby Team bei Frauen mitspielen, dann geht so was juristisch schon, aber es führt dann dazu, dass die biologisch weiblichen Spielern den biologisch männlichen Spielern unterlegen sind. Auch wenn die biologisch männlichen Spieler behaupten, sie wären Frauen und das kulturell, gesellschaftlich und juristisch anerkannt wird. Solche skurrile Fälle… oder zumindest mir skurril vorkommende Fälle gibt es in Australien und soweit ich weiß auch in England. Und das führt dann dazu, dass sich Spielerinnen weigern gegen andere in Anführungsstrichen „Spielerinnen“ anzutreten, die tatsächlich aber Männer sind. […] Oder wenn Männer behaupten sie wären Frauen und dann zum Beispiel in Frauenhäuser gehen dürfen oder in Gefängnissen mit weiblichen Insassen sich aufhalten dürfen […] dann zieht das mittelfristig Konsequenzen für die dort biologischen Frauen nach sich. […] Dass sich bestimmte Männer, eher solche fiktiven Geschlechtsselbstzuschreibungen zulegen, die damit bestimmte Interessen verbinden.“

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Redebeitrag CSD 2021

Wenn ich Männern erzähle, dass ich auch auf Frauen stehe, treten bestimmte Reaktionen leider immer wieder auf. Manche sagen einfach nur, dass sie das geil finden. Andere fragen mich direkt, ob ich denn nicht mal heimlich eine Kamera im Schlafzimmer für sie verstecken könnte oder ob sie gar mitmachen könnten.Dieses Verhalten ist absolut widerlich und darf nicht so hingenommen werden. Es zeigt die Missstände unserer Gesellschaft klar auf.

Und trotzdem werden diese Reaktionen in großen Teilen der Gesellschaft als normal empfunden. Wenn es darum geht, dass Männer zwei Frauen beobachten und sexualisieren können, ist für viele Homosexualität vollkommen okay. Aber wenn ein Mann einem anderen Mann gegenüber Anziehung zeigt, sieht das plötzlich ganz anders aus. 

Solche Menschen realisieren oft nicht einmal, dass sie deswegen homofeindlich sind. Lesben-Pornos gucken ist okay, aber schwul sein? Das finden sie eklig. Das ist nur die Spitze des Eisbergs. Der Sexismus besonders gegenüber queeren weiblich gelesenen Personen zeigt sich in jeglichen Formen. 

Phänome, wie diese, findet man immer wieder im Alltag. In vielen Filmen werden zum Beispiel Frauen, die sich zu anderen Frauen angezogen fühlen, nur repräsentiert, wenn mindestens eine Sexszene mit ihnen gezeigt wird. Sie werden ganz klar objektifiziert, zu Sex-Objekten reduziert. Es geht gar nicht mehr um den Menschen, um die Bedürfnisse und die Persönlichkeit, um ihre Beziehungen, sondern nur um gelebte Fantasien.  

Die Wahrheit ist, dass das einfach Homofeindlichkeit und Sexismus ist. Homosexualität ist für viele Menschen nur okay, wenn sie ihren eigenen Nutzen darin finden. Was sich dahinter verbirgt, ist nicht das Interesse an queeren Frauen*, sondern die Inkarnation von Sexismus. Patriarchale Machtstrukturen zeigen sich deutlich, die Bedürfnisse des Mannes stehen im Mittelpunkt der Begierde. Menschen abseits von cis-männlich oder der Heteronormativität werden oft schlicht weg nicht mehr als Menschen betrachtet, sondern nur als Objekt.  

Aber nicht nur Frauen, die auf andere Frauen stehen sind betroffen, auch zum Beispiel Transfrauen im Allgemeinen werden oft sexualisiert und auf einen Fetisch reduziert. Auch sie finden außerhalb von Pornographie oder ähnlichen oft nur sehr wenig Repräsentation. Und auch das wird in der Gesellschaft weitgehend einfach so hingenommen. 

Die Repräsentation von Frauen im LGBTQIA+ Bereich beschränkt sich weitestgehend auf ihre Sexualisierung. Und das ist unserer Meinung nach ein großes Problem, dass leider viel zu selten thematisiert wird. Es wird totgeschwiegen und tabuisiert. Weil es geht ja um Sex und da redet man ja nicht drüber. Aber wir schon. Wir reden drüber, weil genau das ist ja das Problem. Wir haben es satt nur im sexuellen Kontext betrachtet zu werden. 

Das muss aufhören. Die Rechte der LGBTQIA+- Community müssen endlich in der breiten Gesellschaft ernstgenommen und respektiert werden. Es kann nicht sein, dass bestimmte Personengruppen (cis-menners) homo- und transfeindliches und sexistisches Verhalten ausleben können und das gesellschaftlich akzeptiert wird, während queere Frauen weiterhin vorrangig nur im sexuellen Kontext Beachtung in der Gesellschaft finden. 

Deswegen stehen wir hier! 

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Heiner Rindermann – Transfeindlich, Rassistisch, Sexistisch

CW: Rassismus, Transfeindlichkeit, Sexismus

Wir wollen euch euch heute einen Professor an der TU Chemnitz vorstellen. Heiner Rindermann. Falls ihr ihn schon kennt, oder sogar was bei ihm hattet: euch gebührt unser herzlichstes Beileid.

Wir haben den Post in zwei Teile unterteilt. Im Ersten sind einige Hintergrundinformationen zu ihm und seinen Tätigkeiten zu finden. Im zweiten geht es um transfeindliche Äußerungen während seiner Vorlesung „Entwicklungspsychologie“.

Heiner Rindermann hat schon 2007 und 2015 den Sprung in zur nationalen und internationalen Bekanntheit vollführt. Er behauptete (und behauptet immernoch), dass „Intelligenz“ verschiedener Menschen-„Rassen“ für die geringere ökonomische Entwicklung, mangelnde demokratische Institutionen (und mehr) bestimmter Länder verantwortlich ist. Dazu gab es eine Pressemitteilung, die weiter unten verlinkt ist [1], und sich mit diesen rassistischen Aussagen und Ihrer fehlenden fehlenden Fundiertheit auseinander setzt. Es ist an dieser Stelle anzumerken, dass Rindermann sich da oft auf Literatur und Studien stützt die wissenschaftlich höchst umstritten und generell nicht haltbar sind [2].
Rindermann ist außerdem Mitglied in der Heterodox Academy. Diese ist der Meinung, dass die Meinungsfreiheit an Universitäten durch Linke gefährdet wäre. Effektiv bedeutet das so viel wie: „Sowas wird man doch wohl noch sagen dürfen.“ Also wie können sich Menschen denn bloß gegen Rassismus, Sexismus, Transfeindlichkeit, Klassismus und andere Diskriminierungsarten einsetzen? Es wird an die „guten alten Zeiten“ appelliert, als man* noch unverhohlener patriarchalisch, sexistisch und rassistisch sein konnte, ohne Kritik und Konsequenzen zu spüren bekommen. Alles natürlich unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung. Wohin aber solche Meinungen führen, sieht man* an den Zahlen der Femizide, der rechtsextremen Morde, aber auch den Anfeindungen gegenüber Leuten aufgrund ihrer Geschlechtsidentität und sexuellen Orientierung.
Falls Ihr Heiner Rindermann noch nicht gesehen und gehört habt, so könnt ihr Ihn ja mal bei YouTube eingeben. Eines der Video mit den meisten Aufrufen ist ein Vortrag von ihm bei der Property and Freedom Society (PFS) aus dem Jahr 2016, indem er sich über Immigrierende aufregt, weil diese ja (Verschwörungsideologien sagen „Hallo“) unsere schöne westliche Zivilisation zerstören. Ja gute Nacht. Die PFS ist im übrigen eine anarcho-kapitalistische Vereinigung, also der Auffassung, dass man* nur dann frei ist, wenn man* andere unterdrücken kann (bitte nicht mit Anarchismus verwechseln). Dabei werden zu den jährlichen Veranstaltungen natürlich auch gut Nazis, Rassisten und Faschisten wie zum Beispiel Richard Spencer eingeladen. Wer sich mutwillig zu solchen Veranstaltungen begibt, die Nazis eine Bühne geben, unterstützt auch Nazis.

Heiner Rindermann lädt, je nach Themengebiet, PowerPoint Dateien hoch, in denen er jede Folie mit Audio kommentiert hat. Falls Ihr euch diese selber anhören wollt und Zugang zu einem Opal-Login habt, könnt ihr diese in dem Modul „B.Sc.-Vorlesung Entwicklungspsychologie (Prof. Dr. Heiner Rindermann)“ finden. Ansonsten könnt ihr uns auch deswegen anschreiben. Die besagte Vorlesung ist die zu Kapitel 7, hochgeladen für die KW 2 dieses Jahr. Weiter unten ist auch ein Transkript zu finden der besagten Stelle zu finden.
Heiner Rindermann ist der Überzeugung, dass sich Männer als Trans-Frauen ausgeben um in Frauenknäste zu kommen. Oder in Frauenhäuser. Oder um bei Frauensport mitzumachen. Dazu können wir nur sagen: das ist völliger Schwachsinn und der Rindermann ist wohl nicht mal in der Lage sich mit dem Thema selber zu befassen. Ansonsten würde er nämlich schnell herausfinden, dass zum Beispiel der Unterschied bei Trans- und Cis-Frauen im Sport nach 2 Jahren Hormontherapie vernachlässigbar ist [3][4]. Doch dann könnte man* ja keine Angst mehr schüren und sich als Retter der westlichen Zivilisation ausführen. Hier wird versucht Trans-Menschen die Existenz abzusprechen und zu marginalisieren. Es wird versucht, Trans- und Frauenrechte gegeneinander auszuspielen. Aber wir sagen dagegen: Transrechte sind Menschenrechte und Trans- und Frauenrechte können nur gemeinsam gedacht werden.
Heiner Rindermann ist also nicht nur rassistisch, transfeindlich und sexistisch, sondern nicht mal in der Lage sich Studien zu seinen Themen selber anzulesen. Heiner Rindermann ist somit völlig ungeeignet als Professor an der TU Chemnitz und sollte sofort abgesetzt werden.

Kleiner Nachtrag zu seiner gesamten Vorlesung: Wenn ihr euch diese auch mal geben wollt, dann könnt ihr euch auf ein Fest von kaum verdeckten Rassismen und Sexismen einstellen. Also sowas von der Form: Es gibt Theorien, dass Einwanderer nicht so intelligent sind, aggressiver, da ihre Frauen ja nicht nach Deutschland gekommen sind um sie „zu pazifizieren“ (ohne Scherz) …, aber dafür gibts keine ausreichenden Belege. Nächste Folie.
Falls ihr euch das dann wirklich geben wollt, wünschen wir euch viel Durchhaltevermögen und was gegen den Blutdruck.

Transkript:
„Wenn jetzt Menschen selber bestimmen können, welches Geschlecht sie haben, also wenn ein Mann sagt, er ist eine Frau und dann wird er als Frau betrachtet und kann dann im Rugby Team bei Frauen mitspielen, dann geht so was juristisch schon, aber es führt dann dazu, dass die biologisch weiblichen Spielerinnen den biologisch männlichen Spielern unterlegen sind. Auch wenn die biologisch männlichen Spieler behaupten, sie wären Frauen und das kulturell, gesellschaftlich und juristisch anerkannt wird. Solche skurrile Fälle… oder zumindest mir skurril vorkommende Fälle gibt es in Australien und soweit ich weiß auch in England. Und das führt dann dazu, dass sich Spielerinnen weigern gegen andere in Anführungsstrichen „Spielerinnen“ anzutreten, die tatsächlich aber Männer sind. (…) Oder wenn Männer behaupten sie wären Frauen und dann zum Beispiel in Frauenhäuser gehen dürfen oder in Gefängnisse mit weiblichen Insassen sich aufhalten dürfen (…) Männer, (..) die sich fiktive Geschlechtsselbstzuschreibungen zulegen, die damit bestimmte Interessen verbinden“

[1] https://web.archive.org/web/20140810032514/http://www.publikative.org/2008/01/03/rassistischen-thesen-beim-deutschlandradiokultur/

[2] https://www.biologie-seite.de/Biologie/Heiner_Rindermann

[3] https://academic.oup.com/jcem/article/105/3/e805/5651219?login=true

[4] https://bjsm.bmj.com/content/early/2020/11/06/bjsports-2020-102329

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16.03. 18:00 Online-Workshop“Psst darüber spricht man nicht… Wir schon!

Schwule Sau, Kampflesbe, Schwuchtel oder Transe sind bekannte, äußerst häufig verwendete und stark verletzende Beschimpfungen. Dabei l(i)eben min. 5 – 10 Prozent aller Menschen, im Freundes- und Familienkreis, in der Schule, im Jugendclub, am Arbeitsplatz, etc. nicht-heterosexuell oder cisgeschlechtlich.Genau aus diesem Grund ist es wichtig, einen genaueren Blick auf Themen wie Outing oder auch Wege und Geschichten queerer Lebensrealitäten zu werfen.In dem Online – Workshop vom Verein different people e.V. werden Fakten, Infos sowie L(i)ebensrealitäten greifbar gemacht und Antworten auf interessante Fragen zum Thema gefunden. Was verbirgt sich hinter den vielen Begriffen? Wann und in welcher Form betrifft das Kinder und Jugendliche? Ist nicht alles nur eine Phase? Was ist denn das „divers“ eigentlich? Wie geht es den Menschen hinter den Begriffen unter dem Regenbogen?Der Workshop versucht alle Fragen der Teilnehmer*innen zu beantworten und mit autobiographischen Elementen Menschen sichtbar zu machen, welche gesellschaftlich oft wenig Raum und Beachtung finden.Schreibt uns einfach eine Nachricht oder an chemnitz@linksjugend-sachsen.de für den Zugangslink.Gefördert aus Mitteln des Freistaats Sachsen.
ViSdP:
Ring Politischer Jugend Sachsen e.V.
Wettiner Platz 10a
01067 Dresden
www.rpj-sachsen.de

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My Body, my choice!

Im Januar wurde die Verurteilung der Ärztin Kristina Hänsel wegen Werbung für Schwangerschaftsabbrüche für rechtskräftig erklärt.
Das bedeutet, dass Ärzt:innen auf ihren Websiten schreiben dürfen, dass sie Abbrüche durchführen – mehr aber auch nicht. Informationen die darüber hinausgehen, also zum Beispiel über die Methoden eines Schwangerschaftsabbruches, Risiken oder Hinweise, sind strafbar.

Diese Regelung geht auf den Paragraphen 219a zurück. Wir haben da nur eines zu sagen: Paragraph 219a muss weg!

Schwangere Frauen müssen Zugang zu Informationen über einen Abbruch haben. Das Recht auf medizinische Versorgung und Selbstbestimmung greift auch hier. 24.000 Frauen brachen im vergangenen Jahr ihre Schwangerschaft ab und mussten dafür zahlreiche sehr aufwendige Hürden auf sich nehmen. Sowohl bürokratische, gesetzliche als auch soziale.

Während ausführende Ärtz:innen nicht informieren dürfen, ist uns dies absurderweise erlaubt. Deshalb haben wir auf unserer Homepage die wichtigsten Infos zusammengetragen.

Zusammen mit der Grünenjugend Chemnitz möchten wir das Thema noch einmal genauer aufgreifen. Dazu wollen wir euch die Möglichkeit geben, über Schwangerschaftsabbrüche zu sprechen. Kennt ihr Frauen, die eine Schwangerschaft abgebrochen haben oder habt es selbst erlebt? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Was würdet ihr euch wünschen, was kritisieren und vor was warnen?

Egal wie lang oder kurz, ob anonym oder nicht. Wir freuen uns über jede Zusendung. Entweder über Instagram als Direktnachrich oder Kommentar oder über unsere Mail.

Vielleicht willst du dich auch am Projekt beteiligen oder kennst sogar eine/n Ärzt:in, die Abbrüche durchführt und mit uns reden würde? Dann melde dich auch gerne bei uns! Denn eines ist klar:
Schwangerschaftabbrüche sollten kein Tabuthema sein!

Hier unserer Mail: chemnitz@linksjugend-sachsen.de

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Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland

In Deutschland gibt es genaue gesetzliche Regelungen zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Wichtig ist: Abbrüche sind nicht legal, unter bestimmten Voraussetzungen aber straffrei.

Zu diesen drei Voraussetzungen gehören das soziale, medizinische und kriminologische Merkmal.

Bei dem sozialen Merkmal gilt die Beratungsregelung, sie greift am häufigsten. Eine Abtreibung nach der Beratung ist zwar immer noch rechtswidrig, bleibt aber innerhalb der Frist von 12 Wochen straffrei. Das Beratungsgespräch ist in Deutschland bei dieser Indikation Pflicht, muss in einer staatlich anerkannten Beratungsstelle sein und darf nicht mit derselben Person geführt werden, die später den Abbruch tätigt. Danach wird ein Beratungsschein ausgestellt, der als Bestätigung dient. Zwischen Beratung und Abtreibung müssen drei volle Tage liegen.

Das kriminologische Merkmal kann von jede/n Mediziner:in durch ein Gespräch mit der Schwangeren und eine Untersuchung festgestellt werden. Das ist zum Beispiel bei einer Vergewaltigung der Fall. Auch dann ist die Abtreibung bis zur 12. Woche straffrei.

Bei einem medizinischen Merkmal muss ein/e Mediziner:in eine ernsthafte Gefahr für das Leben oder die körperliche oder seelische Gesundheit der schwangeren Frau feststellen. Dann ist eine Abtreibung auch nach der zwölften Woche möglich.

Fest steht also, auch wenn unter verschiedenen Umständen eine Abtreibung straffrei bleibt, ist sie trotzdem nicht legal. Das führt dazu, dass Frauen, die eine so schwierige und kräfteraubende Entscheidung treffen müssen noch zusätzlich kriminalisiert werden. Das darf nicht sein!
My body, my choice!

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Redebeitrag der Linksjugend Chemnitz anlässlich des 5.3.

Es ist rund 80 Jahre her, da starben durch das Handeln von Nationalsozialisten:Innen unter Hitlers Führung über 6 Millionen Jüd:innen. Für wen diese Zahl nicht deutlich genug ist, hier ein Vergleich:Das Land El Salvador in Südamerika hat 6,421 Millionen Einwohner. Durch die Folgen, welche Hilters Massenmord mit sich brachte, würde das südamerikanische Land ausgelöscht sein.Auch deutsche Großstädte wie Berlin, Hamburg und Köln wären bevölkerungslos.
Systematisch wurden damals von 1941-1945 fast sämtliche Jüd:innen im deutschen Machtbereich enteignet, gefoltert und ermordet. Dinge, welche nie in Vergessenheit geraten sollten.
Am 13.Februar2021 waren wir bei den Gegenprotesten in Dresden-Am Hauptbahnhof wurde ein Banner gehisst mit der Aufschrift:„Ihr nennt es Befreiung, wir nennen es Massenmord!“ Passiert ist erst wenig und das Banner wird eine ganze Weile von der Polizei toleriert. Ein gutes Beispiel dafür worum es rechten Kräften an diesem Tag geht. Aus Tätern werden Opfer und die Alliierten, welche Europa vom deutschen Faschismus befreiten,zu eine Grundübel.
Die Bombardements welche Dresden, Chemnitz und viele andere deutsche Städte erleben mussten, waren Akte, welche viele Opfer fanden. Dennoch kann man keine dieser Angriffe mit dem systematischen Massenmord an der jüdischen Gesellschaft vergleichen oder gar gleichsetzen.Der Opfermythos, mit welchen Neo-Nazis und AFD-Abgeordnete die Taten der Vergangenheit leugnen und ihre eigenen Aktion legitimieren, sollte uns zum Nachdenken anregen, denn er ist nicht aus der Luft gegegriffen, sondern knüpft an Mythen, welche in einer Bevölkerung vorhanden sind, welche von einer wirklichen Aufarbeitung weit entfernt sind. Nach dem 2. Weltkrieg gab es kurz die Nürnberger Prozesse, bei denen einige Täter angeklagt und teilweise verurteilt wurden. Aber was geschah dann, was geschah in der Bevölkerung? Ein großes Schweigen, welches eine ganze Generation geprägt hat, es wurde nicht über die Gräueltaten, über den alltäglichen Horror, den jüdische Menschen durch die ganz normale Bevölkerung erlebt haben, geredet. Wer war wo beteiligt? Wer war wo dabei? Was haben mein Nachbar, mein Vater, meine Großeltern mitgemacht? Ist das Aufarbeitung? Wohl eher nicht, genau so kann sich der Mythos noch heute festhalten. Die Zerstörung Dresdens als „unbedeutende und unwichtige Kulturstadt“, dass diese Erzählung direkt aus dem Propaganda Ministerium Goebbels kommt, interessiert Teile der Gesamtbevölkerung in Dresden bis heute nicht. So finden wir in vielen Erzählungen über die deutschen bombardierten Städte noch Nazi-Propaganda, die bis heute wirkt. Denn es sei ja wichtig, den eigenen Gefallenen zu gedenken. Kollektiv? Ohne Grund und Täter zu benennen? Nein, Danke. Diese Art der Aufarbeitung von Verantwortung machte es auch Fritz Bauer unmöglich Adolf Eichmann in Deutschland anzuklagen, da der Justizapperat und auch Teile des gefolgten Regierungsapparat stark mit Nazis besetzt waren, welche auch noch aktiv Aufarbeitung verhinderten. So zieht es sich seit dem durch die deutsche Geschichte, dass die Menschen, die Dinge klar beim Namen nennen und Aufarbeitung wollten, stets in der Minderheit und zu einem großem Teil jüdische Menschen waren. Sieht so Aufarbeitung und sich wirklich mit dem Geschehenen Auseinandersetzen aus?  Nicht mal im Ansatz. Es gab die Generation des Schweigens und Vertuschens, danach kam eine Generation des nicht Fragens oder können eure Eltern erzählen, was die Großeltern in der Nazizeit getan haben? Wo sie dabei waren? Das wird in den seltensten Fällen der Fall sein. Auch wenn wir es uns anders wünschen würden, gab es mit der 68er Bewegung zwar Proteste und Versuche nachzufragen, aber auch hier waren sie leider nicht in der Mehrheit. Oft werden aus den Tätern Opfer, denn oft sind in der Erzählung alle Opfer des Krieges und außerdem waren Oma und Opa im Widerstand. Nach historischen Schätzungen waren 0,3 % der Bevölkerung im NS, die Verfolgten geholfen haben. In wieweit die Erzählungen von Widerstand da der Wahrheit entsprechen, kann sich jede:r selbst ausrechnen. Was für die Angehörigen von über 6 Millionen Jüd:innen wohl eher als Hohn , als als Sühne wahrgenommen werden kann. Nun besteht die Gefahr, dass eine Generation des Schlussstrichs entsteht, eine Generation die der Meinung ist, sie hätten nichts damit zu tun, seien nicht dafür verantwortlich. Geschichte, müßte ja irgendwann Geschichte gelassen werden. Genau das ist perfekt für Nazis in der AfD, welche vom Vogelschiss sprechen oder DDR und NS auf eine Ebene stellen. 
Jedoch muss Mensch nicht auf die rechten Strukturen schauen, um zu merken was passiert. Das Sagbare wird verschoben, die Geschichte wird geleugnet, kleingeredet oder es entstehen Vergleiche, welche so sehr zum Himmel schreien, dass Mensch einfach nur kotzen könnte.
So sehen wir es auch gerade in der Verschwörungsmythen-Bewegung. Es werden Dinge dekontextualisiert, Menschen, welche nicht in Restaurants gehen können und Masken auf Grund einer weltweiten Pandemie tragen müssen, verstehen sich als die neuen Jüd:innen. Ein Verständnis welche bei einer wirklichen Aufarbeitung gar nicht möglich wäre. Hier zeigt sich wie perfide die Geschichtsverdrehung geworden ist, wenn solche Dinge möglich sind. So etwas sollte von einer Gesellschaft nicht geduldet oder gebilligt werden. Äußerungen wie am 17.11.2020 bei der Querdenkerdemontation in Karlsruhe. „Ich fühle mich wie Anne Frank, wo sie muksmäuschen still sein musste, um nicht erwischt zu werden“. Sind geschitzrevisionistisch und antisemitisch und genau als dieses zu benennen und abzulehnen.
Wohin eine Gesellschaft, die sich nicht hinter die Opfer stellt und ganz klar Geschehenes und die eigene Verantwortung dazu benennt führen kann, zeigte sich im Oktober 2019.  Stephan B. versuchte bewaffnet in die Synagoge in Halle einzudringen.Ziel der Tat: die jüdische Gemeinde töten, die an diesem Tag Yum Kippur feiert, den höchsten jüdischen Feiertag.Er tötete2 Menschen und verletzte weitere.Hierbei wurde der Anschlag live im Internet übertragen. Der Täter ist davon überzeugt, dass Jüd:innen den muslimischen Immigrationsstrom nach Europa steuern. Der Verschwörungsmythos des „Großen Austausches“.Seiner Meinung nach, seien Jüd:innen die treibende Kraft hinter dem Plan die christliche Bevölkerung gegen eine muslimische in Europa auszutauschen. Bei der Tat war er allein, in Gedanken nicht. Denn er ist die Spitze von einem immer noch großen Problems in Deutschlands, dem Antisemitismus. Dabei geht es nicht nur um die Abneigung gegenüber einer Weltreligion, sondern um die Vernichtung jüdischen Lebens. So knüpfen auch antisemitische Stereotype an viele Propagandaelemente, die Nazis zur Isolation und Vernichtung jüdischen Lebens genutzt haben. Ob es Dämonisierungen, Verkürzungen oder Verschwörungen sind, sie münden oft in die absolute Vernichtung oder Ausgrenzung. Jüdische Menschen können in Deutschland nicht frei und angstfrei Leben und das alles nach einer sich immer wieder als selbstgeläuterten gebenden Gesellschaft. Sowie in der Abwehr der Shoah im deutschen Erinnern, wird genauso beim aktuellen Antisemitismus geschwiegen, relativiert, bis es Attentate oder rechte Gruppen nicht mehr zulassen. Dabei geht es um elemetare Probleme in dieser Gesellschaft, die aber nur die Spitze des Eisbergs ist. Schafft es diese Gesellschaft nicht, Dinge beim Namen zu nennen, wie den weit verbreiteten Antisemitismus und ganz klare Verantwortungen ganzer Generationen, werden jüdische Menschen sich nie sicher fühlen können in dieser Gesellschaft. Dazu brauch es konkrete Arbeit, die beim Benennen von Ursachen und Tätern genau an solchen Tagen beginnt und klare Unterstützung jüdischen Lebens und Anerkennungsarbeit und Arbeit gegen Antisemitismus beinhaltet.Dazu ist es ein langer Weg und dafür gilt es zu kämpfen.
Der 1. September ist der internationale Friedenstag.  Aktionen wie der Täterspurenmahngang sind genau das, was es an den Tagen der Bombardierung brauch. Es bleibt ganz klar zu sagen, sowas kommt von sowas und eine Opfer/Täter-Umkehr zu verhindern. Jeder Mensch von euch kann auch etwas tun, stellt Fragen an eure Eltern, an eure Großeltern, hinterfragt was Erzählung sind und was wissenschaftlich geprüft wirklich geschah, besucht Zeitzeug:innen-Arbeit, geht an die Orte an denen die Dinge geschehen sind und schreitet, wo es nur geht gegen Geschichtsrevisionismus ein und bezieht ganz klar Stellung gegen Antisemitismus. Eine wirkliche Aufarbeitung ist noch lang nicht geschehen und braucht jede Auseinandersetzung.An Tagen, wie heute gilt es gegen das Vergessen, Verdrehen und Verharmlosen zu kämpfen, egal wer es tut.An die Opfer der Nazis erinnern, heißt kämpfen und an Tagen wie diesen die Täter zu benennen , das ist unsere Pflicht als Antifaschist*innen. Kein Schlussstrich Niemals!
„Denn es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen!“

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My body, my choice! Informationen zu Schwangerschaftsabbrüchen


Ärzt:innen, die Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland durchführen, werden angezeigt, verklagt und verurteilt, wenn sie darüber informieren. Dieser Zustand muss beendet werden: Der § 219a muss aus dem Strafgesetzbuch verschwinden. Informationsbereitstellung über Schwangerschaftsabbrüche muss entkriminalisiert werden. Weitere Informationen zum § 219a findet ihr zum Beispiel hier https://pro-choice.de oder hier https://twitter.com/haenel_kh.

Als feministischer Jugendverband, der selbst keine Schwangerschaftsabbrüche anbietet, darf die linksjugend [‘solid] diese Informationen aber teilen. Im Folgenden findet ihr eine gute Zusammenstellung, die wir von Frag den Staat übernommen haben. Hier findet ihr die Informationen auch als Flyer. Verbreitet sie gern weiter!

Gesetzliche Voraussetzungen für einen legalen Schwangerschaftsabbruch

Für einen legalen Schwangerschaftsabbruch in Deutschland benötigen Sie entweder

  • eine schriftliche Bescheinigung über eine Beratung bei einer nach § 219 StGB bzw. § 7 SchKG anerkannten Beratungsstelle oder
  • eine schriftliche ärztliche Bescheinigung über das Vorliegen einer medizinischen oder kriminologischen Indikation nach § 218 StGB

Durchführung eines Schwangerschaftabbruchs

Es gibt drei Methoden des Schwangerschaftabbruchs: medikamentös, chirurgisch mit örtlicher Betäubung sowie chirurgisch mit Vollnarkose. In der Regel übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten der Behandlung nur, wenn sie aus medizinischer Sicht angezeigt ist.

Der Verlauf ist in der Regel folgendermaßen: Sie treffen in einer behandelnden Arztpraxis ein, Ihre Unterlagen werden auf Vollständigkeit überprüft. Danach findet ein Aufnahmegespräch mit der Arzthelferin oder Krankenschwester statt. Diese Kollegin bleibt dann in der Regel die Bezugsperson während des gesamten weiteren Aufenthaltes. Im Anschluss findet das Gespräch mit der Ärztin statt. Vor dem Schwangerschaftsabbruch führt die Ärztin eine Tastuntersuchung zur Bestimmung der Lage und Größe der Gebärmutter durch. Ebenso wird eine Ultraschalluntersuchung gemacht, um das Schwangerschaftsalter zu bestimmen.

Der weitere Verlauf unterscheidet sich beim medikamentösen und chirurgischen Abbruch.

Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch

Ein medikamentöser Abbruch ist in Deutschland nur bis zum 63. Tag nach der letzten Regel möglich (entspricht dem 49. Tag nach der Empfängnis). Das benutzte Medikament ist ein künstliches Hormon (Mifepriston), das die Wirkung des Hormons Progesteron blockiert. Progesteron ist entscheidend an der Entwicklung und Erhaltung der Schwangerschaft beteiligt. Für die medikamentöse Methode sind in der Regel zwei Termine in einer Praxis erforderlich.

Beim ersten Besuch erfolgt die Untersuchung mit Ultraschall. Sollte die Fruchtblase noch nicht im Ultraschall zu sehen sein, ist eine Bestimmung des Schwangerschaftshormons -HCG im Blut erforderlich.

Anschließend werden drei Tabletten des Medikamentes unter ärztlicher Aufsicht eingenommen. Oft kommt es bereits am folgenden Tag zur Blutung. In drei Prozent der Fälle wird das Schwangerschaftsgewebe ohne weitere Behandlung in den nächsten beiden Tagen ausgestoßen. Auch in diesem Fall ist ein zweiter Besuch zur Kontrolle erforderlich. Viele Patient:innen spüren jedoch keine körperliche Veränderung. Beim zweiten Besuch in der Praxis muss mit drei bis vier Stunden Aufenthalt gerechnet werden. Patient:innen bekommen mehrere Tabletten des Medikaments Prostaglandin, das die Ausstoßung des Schwangerschaftsgewebes fördert. Bei vielen Patient:innen kommt es zu Kontraktionen der Gebärmutter und Blutungen setzen ein. Sollte es nach zwei bis drei Stunden nicht zu einer Blutung gekommen sein, wird die Gabe des Medikaments wiederholt und eine Stunde später kann die Praxis in aller Regel verlassen werden.

Bei vielen Patient:innen kommt es während des Aufenthaltes in der Praxis zum Ausstoßen der Fruchtblase, aber bei jeder vierten Frau setzen die Blutungen sogar erst nach 24 Stunden ein. Sollte also nicht innerhalb der drei bis vier Stunden die Fruchtblase ausgestoßen sein, so ist das kein Grund zur Beunruhigung.

Nebenwirkungen und Komplikationen

Mögliche Nebenwirkungen sind Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Blutungen können stärker sein als beim chirurgischen Abbruch oder bei Ihrer Periode und länger anhalten. In ca. 1-4% versagt die Methode. Bei einer weiter bestehenden Schwangerschaft ist eine chirurgische Beendigung des Abbruchs notwendig.

Gründe gegen die medikamentöse Methode

  • Konkreter Verdacht auf eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter (z.B. im Eileiter)
  • Unverträglichkeit von Prostaglandinen
  • Allergie gegenüber Mifepriston
  • Chronische Nebenniereninsuffizienz
  • Schweres Asthma (Einnahme von Cortisontabletten.)
  • Leber- und Nierenversagen

Eine evtl. liegende Spirale muss entfernt werden.

Chirurgischer Schwangerschaftsabbruch

In der Regel erhalten Patient:innen ca. eine Stunde vor Beginn des Eingriffs Medikamente, die die Gebärmutter vorbereiten (Priming). Dadurch wird das Risiko, die Gebärmutter beim Eingriff zu verletzen, verringert. Der chirurgische Schwangerschaftsabbruch kann entweder unter lokaler Betäubung oder mit Vollnarkose durchgeführt werden. Bei einer örtlichen Betäubung wird das Betäubungsmittel in den Muttermund gegeben. Dies wird von vielen Patient:innen gar nicht bemerkt, obwohl die Angst davor oft groß ist. Die Nerven am Muttermund reagieren zwar auf Druck sehr empfindlich, aber nicht auf Berührung.

Die Vollnarkose wird durch eine Narkoseärztin durchgeführt. Die Narkosemittel werden über eine in die Armvene gelegte Nadel gegeben. Kurz darauf wird die Patient:in müde und schläft ein, sodass sie sich später nicht mehr an den Eingriff erinnern kann. Oft erinnern die Patient:innen nicht einmal, dass Sie nach ca. 15 Minuten, wenn der Eingriff beendet ist, selbständig in den Ruheraum gelaufen sind.

Zur Vorbereitung des Absaugens wird der Muttermund mit Dehnungsstäben geöffnet. Mit einem Plastikröhrchen wird anschließend das Schwangerschaftsgewebe abgesaugt. Dabei wird auch die obere Schleimhautschicht mit entfernt, die normalerweise bei der Periode abblutet. Das Absaugen dauert nur wenige Minuten. Am Ende zieht sich die Gebärmutter zusammen, um die Blutung zu stoppen, was in etwa dem Gefühl bei der Menstruation oder den Nachwehen nach einer Geburt entspricht. Es folgt eine Kontrolle, ob die Gebärmutter vollständig entleert ist. Auch das abgesaugte Gewebe wird kontrolliert.

Komplikationen

  • Entzündungen der Unterleibsorgane
  • Gewebereste, die zu verstärkten Blutungen oder auch zu Entzündungen führen können. In seltenen Fällen muss ein weiterer Eingriff erfolgen
  • Allergische Reaktionen auf Medikamente
  • Verletzungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses sowie angrenzender Gewebe

Bei ernsten Komplikationen kann eine Verlegung ins Krankenhaus erforderlich sein.

Begleitpersonen

Oft ist es hilfreich, eine Begleitperson zum Abbruch mitzubringen, z.B. Partner:innen oder andere Begleitpersonen wie Freund:innen und Verwandte. Sollte ein Schwangerschaftsabbruch in örtlicher Betäubung gemacht werden, ist es auch möglich, sich beim Abbruch in den Behandlungsraum begleiten zu lassen. Ansonsten kann die Begleitperson in der Regel im Ruheraum bei Ihnen sein.

Nach dem Abbruch

Bis zu 24 Stunden nach dem Eingriff sollten Patient:innen nicht selbst Auto fahren. Eine Nachuntersuchung bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt ist ca. 14 Tage nach dem Abbruch erforderlich. (Beim Medikamentösen Abbruch zwischen dem 10. und 14. Tag nach Mifegyne-Einnahme). Nur dann kann gewährleistet werden, dass der Abbruch vollständig war und keine gesundheitlichen Nachteile entstehen.

Verhütung

Der erste Eisprung nach dem Abbruch findet nach ca. zwei bis vier Wochen statt. Dementsprechend setzt die nächste Regelblutung nach vier bis sechs Wochen ein. Da Patient:innen direkt nach dem Abbruch wieder empfängnisbereit sind, sollte die Frage der anschließenden Verhütung geklärt sein. Bitte besprechen Sie dieses Thema mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt.

Zur Unterstützung der Gebärmutterrückbildung ist es möglich, direkt mit der Pille zu beginnen. Dies wird aus medizinischen Gründen für den medikamentösen Abbruch empfohlen.

Essen und Trinken, Medikamente

2 Tage vor dem Eingriff dürfen kein Aspirin oder sonstige Mittel mit Acetylsalicylsäure eingenommen werden. Sollten Sie andere Blutverdünnende Medikamente nehmen oder eine Blutgerinnungsstörung haben, sollten Sie mit Ihrer Ärztin vorab das weitere Vorgehen besprechen.

Beim chirurgischen Abbruch mit örtlicher Betäubung ist es sinnvoll, eine leichte Mahlzeit zu sich zu nehmen, aber nicht später als zwei Stunden vorher. Beim chirurgischen Abbruch mit Vollnarkose dürfen Sie 6 Stunden vorher auf keinen Fall essen, trinken oder rauchen. (Nikotin regt die Magensäure an und im Notfall könnte säurehaltige Flüssigkeit in die Lunge gelangen!) Bis 1 Stunde vor dem Termin können Sie klare Flüssigkeit (ohne Milch und Zucker) zu sich nehmen.

Was muss zum Termin mitgebracht werden?

  • Beratungsbescheinigung über die nach § 219 StGB durchgeführte Beratung oder Indikation nach § 218 StGB
  • Blutgruppennachweis
  • Versichertenkarte
  • Kostenübernahmebescheinigung oder Bargeld
  • Überweisungsschein der Frauenärztin/des Frauenarztes

Es sollte bequeme Kleidung getragen werden sowie Damenbinden, Socken und ein Badehandtuch.