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Ein ÖPNV für ALLE

Die Preise für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) werden immer teurer, so dass sich immer weniger Menschen ein Ticket leisten können bzw. leisten wollen. Insbesondere für Menschen, die in Armut leben, wird es immer schwieriger sich ein Mindestmaß an Mobilität zu erhalten. Dabei ist Mobilität ein wichtiger Faktor für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Um diesen Missstand entgegenzuwirken, fordert DIE LINKE in ihrem aktuellen Wahlprogramm die Einführung eines sogenannten fahrscheinlosen ÖPNV, der für jede_n frei nutzbar ist. Einen Vorschlag zur Finanzierung des fahrscheinlosen ÖPNV bringt Marco Böhme, Vorstandmitglied des Ökolöwen Umweltbund Leipzig e.V. und Mitglied der LINKEN im „Dialog für Sachsen“. Finanzieren könne man das ganze durch eine Pflichtabgabe der Bürger_innen und Touristen (durch Hotelabgabe) für den Nahverkehr in ihrer Stadt. Da dies dann alle zahlen, würden sich die Kosten durch viel mehr Menschen aufteilen.

Ein fahrscheinloser ÖPNV ist keineswegs eine Utopie, sondern vor allem in Großstädten umsetzbar, da dort in den meisten Fällen (so auch in Chemnitz) ein flächendeckendes Liniennetz besteht. Das Beispiel Tallinn, wo man seit diesem Jahr ohne Fahrschein fahren kann, zeigt, dass eine Umsetzung möglich ist.

Als schwieriger erweist sich allerdings die Situation auf dem Land. Hier gibt es häufig kein flächendeckendes Netz und Busse fahren nur selten.

DIE LINKE fordert deshalb die Schaffung flexibler Angebote durch Breitstellung von Bürgerbussen und Anruf-Sammeltaxis. Auf diese Weise kann man auch in ländlichen Regionen mehr Menschen dazu bewegen, vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen. Man sollte bedenken, dass man die Forderung nach einem fahrscheinlosen ÖPNV nicht ausschließlich der Bundesebene überlassen kann, denn bei der Umsetzung sind vor allem die Kommunen gefragt. Aus diesem Grund sollte DIE LINKE in Chemnitz diesen Punkt auf jeden Fall in ihr nächstes Kommunalwahlprogramm setzen. Denn für eine Partei, die für sich in Anspruch nimmt, für soziale Gerechtigkeit zu kämpfen, wäre dies eine konsequente Forderung.

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